Dank Avatar ein Teil der Klassengemeinschaft

Kleiner Roboter ermöglicht Teilnahme am Unterricht trotz Krankheit

Er hört jedes Geräusch und jede Stimme, sieht genau das, was seine Klassenkameraden auch sehen, er kann sich im Unterrichtsgeschehen melden wie ein echter Schüler und bekommt mit, was links und rechts von ihm geflüstert wird: Der Avatar "AV1" - neuestes Mitglied der Schulgemeinschaft an der Berufsbildenden Schule (BBS) des Heinrich-Hauses in Heimbach-Weis. So groß wie eine Tischlampe, mit integriertem Mikrofon am Bauch und einer kleinen Kamera auf der Stirn findet kleine Roboter auf jedem Schultisch Platz. Per Wlan ist das Gerät mit einem Tablet verbunden - an dessen anderem Ende eine Schülerin oder ein Schüler sitzt, der aus gesundheitlichen Gründen länger nicht in der Schule sein kann. Von zu Hause aus ist die Teilnahme am Unterricht dann kein Problem mehr.

 

Möglich gemacht wurde die Anschaffung des Avatars dank einer Spende der Firma "Peter Klein Immobilien" aus Horhausen. "Statt einer Feier zu unserem 50-jährigen Bestehen haben wir uns entschlossen, das Geld zu spenden. Wir wollten in die Digitalisierung von Schulen investieren und jungen Menschen bessere Möglichkeiten zur Teilhabe am Unterricht bieten", sagt Geschäftsführerin und Inhaberin Martina Lucas-Klein. Dass die 5.000 gespendeten Euro hier bestens angelegt sind, davon konnte sich Martina Lucas-Klein jetzt selbst überzeugen. Pünktlich zur Spendenübergabe war das Gerät in der BBS eingetroffen. In der Maler-Klasse wurde "AV1" direkt ausprobiert und begeisterte sogleich die ersten Testpersonen. Über eine App kann der Avatar mit dem Kopf nicken, sich drehen oder mit den virtuellen Augen Gefühle ausdrücken. Der Kopf des Roboters leuchtet auf, wenn die Jugendlichen sich von zu Hause aus zu melden und etwas sagen möchten.

 

"Das ist nicht nur für den Lernerfolg der Schüler wichtig, sondern vor allem im Hinblick auf die Gemeinschaft - über den ferngesteuerten Roboter sind die Jugendlichen, die unsere Schule nicht betreten können, weiterhin ein Teil der Klassengemeinschaft", betont Martin Seul, Schulleiter der BBS. "Für die Teilhabe am Schulleben ist das essenziell", ergänzt Heinrich-Haus Geschäftsführer Dirk Rein. Derzeit können glücklicherweise alle Schülerinnen und Schüler der BBS regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Dass es immer mal wieder kurzfristig zu längeren Abwesenheiten kommen kann, weiß Karl Morlock, Lehrer in den Klassen der Kaufleute für E-Commerce: "Im vergangenen Schuljahr konnte ein Schüler wegen eines Defekts an seinem Rollstuhl wochenlang nicht zu uns kommen. So eine Situation können wir mit dem Einsatz des Avatars jetzt super auffangen." Weil "AV1" noch nicht so ein überzeugender Name für den neuen Kumpel ist, sind die Schülerinnen und Schüler jetzt aufgerufen, Namensvorschläge an die Schulleitung zu melden. "Wir machen einen Wettbewerb daraus. Mal sehen, wie der "Neue Mitschüler" dann heißen wird", so Martin Seul, Schulleiter der Berufsbildenden Schule der Heinrich-Haus gGmbH.
 

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